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2010 28 Jan

Wer zahlt eigentlich, wenn …

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Ein Lustiger Tag im Leben eines Affiliates:

ca. 9.30 Uhr
Anruf eines Herstellers von Artikel-X: “Wie kommen Sie zu den Bildern auf Ihrer Seite XYZ? Diese Bilder müssen Sie sofort entfernen! Die gehören Ihnen nicht!”

Dann hab ich dem netten Herren erstmal erklärt, dass die Seite keine Shop ist und das man dort auch die Artikel nicht kaufen kann. Weiterhin hab ich ihm noch kurz erklärt, was Affiliate-Marketing ist und das die Bilder und Daten von einem seiner Kunden stammen. Darauf meinte er, das er wohl schon mit dem Kunden telefoniert hat, aber die würden meine Seite nicht kennen. (Wundersam - immerhin hab ich Platz 1 bei der letzten Sonderaktion gemacht und ein schickes Geschenk erhalten).

Nach ca. 45 Minuten Telefonat hat sich die ganze Bandbreite des Problems dargestellt: Der Anrufer verkauft an Merchant-X eine Reihe an Produkten und stellt diesem Bildmaterial zur Verfügung, hat dann Streß mit den Urheberrechten der Bilder bekommen und darf diese nicht mehr verwenden. Informiert alle seine Kunden, diese entfernen die Bilder auch von den Artikel-Beschreibungen. Nun taucht meine Seite auf und hat die div. Bilder noch in Verwendung. Wie kommt es dazu: Der Merchant hat zwar ein neues Bild in sein Shopsystem eingepflegt aber das alte Bild nicht vom Server gelöscht. Den Datenfeed hat er auch nicht aktualisiert und die Affiliate-Agentur, welche ihn betreut, hat auch nicht daran gedacht, dass man einen Feed regelmäßig aktualisiert. Schwubs hatte ich Bilder auf meiner Seite, die urheberrechtlich nicht genutzt werden dürfen.

10.15 Uhr
2 x bei der Affilate-Agentur angerufen, hört aber keiner - super!

10.45 Uhr
Beim Netzwerk angerufen, die mögen das bitte klären.

11.30 Uhr
Keine Info weder von Agentur noch von Merchant. mit Urheberrecht ist nicht zu spaßen, also runter mit dem Datenfeed von der Seite: 1400 Artikel und damit alle internen Zuordnungen gelöscht! Schade bei einer Seite, die echtes Geld verdient.

15.43 Uhr
Email-Info vom Netzwerk, dass ein neuer Datenfeed verfügbar ist.

16.15 Uhr
Anruf von Netzwerk, dass alles wieder geht und Bilder nicht mehr im Datenfeed sind.

17.00 - 18.00 Uhr
Import des neuen Feed, Wiederherstellung der notwendingen Verknüpfungen im System.

Fazit:
Die sinnlose Arbeitstagverschwendung werde ich wohl unter Konto Lernen verbuchen, bezahlen wird mir die Stunden keiner. Vielen Dank lieber Merchant und noch mehr Dank an die Agentur, hätte sonst echt nicht gewußt was ich den ganzen Tag machen soll. Die Urheberrechtsgeschichte ist m.E. damit auch noch nicht am Ende, da aber insgesamt 6 Parteien (Kläger - Hersteller - Merchant - Agentur - Netzwerk - Affiliate) sich auseinandersetzen müssen, könnte es lustig werden. Mal sehen wer was zahlt und wer mit welcher Mitstörerhaftung hängen bleibt.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Donnerstag, 28. Januar 2010 und wurde abgelegt unter "Nervenraubend". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.

3 Kommentare

  1. Stefan David:

    Da der Merchant zwar die Bilder zur Verfügung gestellt, aber nicht für die Aktualisierung gegenüber seinem Publisher gesorgt hat, liegt das Versäumnis klar auf seiner Seite, entstehende Kosten kann man also abwälzen. Den nicht aktualisierten Feed vom fraglichen Tag sollte man sich als Beweissicherung eventuell zur Seite legen.

    Wie der Merchant sich dann mit seiner Agentur einigt, die ja eventuell für das Doing verantwortlich sein könnte, ist dann seine Sache, sollte dich aber nicht betreffen.

  2. Sascha:

    @Stefan
    Den Gedankengang gehe ich im Moment auch, mal sehen.

  3. Dirk:

    für mich stellt sich die Frage in wie weit so etwas überhaupt abmahnbar ist bzw. dann überhaupt gemacht wird. Theoretisch müsste dann google images täglich tausende von Abmahnungen kassieren da Sie urheberrechtlich geschütze Bilder, wenn man so will, auf einer fremden Seite wiedergeben.
    Das spider von Bildern und die Ausgabe ist für mich technisch fast nichts anderes wie das importieren von Produktbildern per Feed, kritisch wird es glaube ich erst dann wenn man die Bilder selbst bei sich ablegt. Ich meine da liegt ein großer Unterschied ? - hätte auf meine Eltern hören und was anständiges lernen sollen, so Internet-Rechtsanwalt wäre ganz gut gewesen ;-)

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